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030-Kino.de Filmtipps

030-Kino.de: Der wöchentliche Filmtipp zu Arthouse und Independent Filmen

"Willenbrock" von Andreas Dresen

Andreas Dresen hat schon mit dem Spielfilm "Halbe Treppe" und dem Dokumentarfilm "Herr Wichmann von der CDU" ein detailliertes Bild der aktuellen Befindlichkeit in der ostdeutschen Provinz gezeichnet. Sein aktueller Film ist ein würdiger Nachfolger dieser beiden Werke. "Willenbrock", der nach dem gleichnamigen Roman des besonders in Ostdeutschland bekannten Schriftstellers und Philosophen Christoph Hein entstanden ist, lebt aber auch wie schon "Halbe Treppe" von dem ausdrucksstarken Hauptdarsteller Axel Prahl. Dieser ist übrigens auch in vielen Tatort-Filmen als Kommissar Thiel zu sehen. Sehenswert.

"Die Tiefseetaucher" von Wes Anderson

Texas hat nicht nur stockkonservative Amerikaner hervorgebracht. Das beweist jedenfalls der Regissseur Wes Anderson nach "The Royal Tennebaums" ein weiteres Mal. Schon der original Filmtitel "The Life Aquatic with Steve Zissou" lässt wieder ein etwas schräges Werk erahnen. Wenn dann noch Bill Murray in der Hauptrolle besetzt ist, ist das schon fast eine Garantie für einen amüsanten Film. Seine Detailverliebtheit hat Anderson in seinem neuen Film noch weiter ausgebaut. So sieht man immer wieder jede Menge, liebevoll animierte exotische Tierchen. Das hilft darüber hinweg, dass die Story selbst nicht der Hit ist, obwohl das Drehbuch eigentümlicherweise für einen Oskar nominiert war. Sehenswert.

"Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund

Julia Jentsch, der aufstrebende, neue Star am deutschen Kinohimmel, brilliert in einer weiteren überzeugenden Rolle, für die sie zu Recht den Silbernen Bären der 55. Berliner Filmfestspiele erhielt. Nach den zwei eher mittelmäßigen Komödien "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" und "Harte Jungs" überrascht Regisseur Marc Rothemund mit einem gelungenen historisches Drama mit aktuellem Bezug. Auch dafür gab es einen Silbernen Bären. Sehenswert.

"Intime Fremde" von Patrice Leconte

Der im Wettbewerb der Berlinale 2004 gelaufene Beitrag von Patrice Leconte lebt vor allem von den beiden erfahrenen Hauptdarstellern. "Intime Fremde" ist eine behutsam erzählte Geschichte einer außergewöhnlichen Beziehung zweier Menschen und sehenswertes französisches Kino.

"Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner

Weingartner überzeugt mit "Die fetten Jahre sind vorbei", in dem er den Zeitgeist in Deutschland genau trifft. Dabei ist das Werk nicht agitativ, sondern regt zum eigenen Denken an. Und Weingartner hat es sogar geschafft, dass ein solcher "Problemfilm" zudem auch noch äußerst unterhaltsam ist!

"Just a Kiss" von Ken Loach

Ken Loach, einer der erfolgreichsten Independent-Filmregisseure aus England, hat mit "Just a Kiss" auf ungeahnte Weise einen überzeugenden Beitrag zur derzeitigen Integrationsdiskussion geliefert. Loach hat wie immer in seinen Millieufilmen genau beobachtet und diese Ergebnisse mit einem einfachen, aber wirksamen Plot verbunden.

"Touch the Sound" von Thomas Riedelsheimer

Regisseur Thomas Riedelsheimer, der dem begeisterten Dokumentarfilmzuschauer bereits seit "Rivers and Tides" bekannt ist, konzentriert sich in "Touch the Sound" darauf, wie man Geräusche und Musik wahrnehmen kann. Der Film fängt auch eine große Zahl akustischer Impressionen ein, die gelungen von passenden Bildern begleitet werden.

"5x2" von François Ozon

Regisseur François Ozon erzählt nach "Swimming Pool" und "8 Frauen" mit "5x2" eine recht normale und unspektakuläre Geschichte. Diese wird jedoch durch das konsequente Rückwärts-Erzählen auf interessante Weise in Szene gesetzt. So entstand eine ganz eigene Art von Episodenfilm und die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird auf andere Fragen gelenkt.

"Land of Plenty" von Wim Wenders

Zwar kann die Darstellung der Sinnlosigkeit der Paranoia halbwegs überzeugen und auch die technische Umsetzung des Films lässt nichts zu wünschen übrig, das Drehbuch enthält aber besonders in der ersten Hälfte starke Längen. Das Ende wirkt gar extrem aufgesetzt und unnötig pathetisch. Zudem wirkt die Figur des Paul zu konstruiert und wenig authentisch.

"Marseille" von Angela Schanelec

Die Filme von Angela Schanelec sind einerseits etwas besonderes in der deutschen Kinolandschaft, andererseits aber auch durchaus umstritten. Schanelec arbeitet viel mit Auslassungen. Das Erzählen einer stringenten Geschichte steht bei ihr im Hintergrund. So bleibt dem Zuschauer viel Interpretationsspielraum.

"Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Peter Webber

Regisseur Peter Webber, der bisher nur TV-Filme drehte, beweist, dass er auch auf der großen Leinwand bestehen kann. Dem Kameramann Serra gelingt es, sowohl Johannsons überragende Mimik als auch Farben, Licht und Schatten in der Welt des Künstlers Veermeer überzeugend einzufangen.

"Anything Else" von Woody Allen

Allen überrascht diesmal wieder mit ungewöhnlichen Rollenbesetzungen. Und der Film funktioniert wunderbar. Jason Biggs spielt wie ein junger Woody Allen. Die charismatische Christina Ricci in einem Woody-Allen-Film zu sein, ist jedoch allein schon den Besuch wert.

"Liebe mich, wenn Du dich traust" von Yann Samuell

Das Regiedebüt von Yann Samuell erinnert gleich mit den ersten Szenen unweigerlich an "Die fabelhafte Welt der Amélie", dessen Qualitäten er aber nicht erreicht. Mit ähnlichen Spezialeffekten und einem rasanten Erzähltempo wird der Zuschauer in die Geschichte eingeführt.

"Fahrenheit 9/11" von Michael Moore

Insgesamt ist "Fahrenheit 9/11" eine groß angelegte Wahlwerbung gegen Bush, nicht mehr und nicht weniger. Dafür kann man Moore eigentlich nur danken, ob er dafür allerdings die Goldene Palme und den Kritikerpreis von Cannes verdient hat, darf bezweifelt werden.

"Ken Park" von Larry Clark und Edward Lachman

Der von vielen Kritikern gelobte "Ken Park" erschließt sich dem normalen Zuschauer schlecht bis gar nicht. Offenbar reicht hier schon der Name Larry Clark aus, um positiv zu schreiben. "Ken Park" strotzt von losen und unzusammenhängenden Handlungssträngen, die meist nur eins gemeinsam haben: Sex.


 
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